«Ich war so skeptisch. Yoga kannte ich, aber ob das wirklich etwas an meinen Hitzewallungen ändern würde?» So beginnen viele Gespräche mit Frauen, die Hormonyoga zum ersten Mal ausprobiert haben. Was sie danach erzählen, ist selten das, womit sie gerechnet hätten.
Wenn ich eine Frau frage, was sie zu Hormonyoga geführt hat, klingt es oft ähnlich. Sie hat schon einiges versucht, bevor sie bei mir gelandet ist: Schlaftabletten für die durchwachten Nächte, Magnesium gegen die Reizbarkeit, vielleicht ein Gespräch bei der Ärztin, das mit dem Satz endete, die Wechseljahre seien eben eine natürliche Phase. Das stimmt ja auch, nur heisst natürlich für mich nicht, dass du dich stumm durchbeissen musst.
Hormonyoga begleite ich in meiner Arbeit mit Frauen in der Perimenopause und in den Wechseljahren. Ich möchte dir hier ehrlich erzählen, was die Frauen erleben, was sich bewegt und wo auch diese Methode an ihre Grenzen kommt, ganz ohne Versprechen, die ich nachher nicht halten kann.
Was Frauen vor der ersten Stunde erzählen
Die wenigsten kommen wegen des Yogas, sie kommen wegen sich selbst, weil ihnen der eigene Körper fremd geworden ist, weil die Erschöpfung schon da ist, wenn sie morgens die Augen öffnen, und weil sie mitten im Alltag innerlich zu glühen beginnen und nach aussen trotzdem weiterfunktionieren, als wäre nichts.
Manche haben nie zuvor Yoga gemacht, andere üben seit Jahren und spüren nur, dass ihre vertraute Praxis auf einmal nicht mehr zu ihnen passt. Beides ist ein guter Anfang.
«Ich bin wegen der Schlafprobleme gekommen. Zweimal pro Nacht wach, schweissnass und dann lag ich stundenlang da. Nach ein paar Wochen habe ich gemerkt, dass ich nachts ruhiger werde. Nicht von einem Tag auf den anderen, aber es wurde spürbar weniger. Ehrlich gesagt habe ich es zuerst gar nicht mit dem Yoga in Verbindung gebracht.»
«Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich schon in der Perimenopause bin, meine Werte waren angeblich unauffällig, aber ich war so gereizt, so anders als sonst. Im Kurs habe ich verstanden, dass das keine Frage meines Charakters ist, sondern meiner Hormone. Das hat mich entlastet, mehr als ich erwartet hätte.»
«Am meisten überrascht hat mich die Stille danach, so eine tiefe Ruhe in mir, die ich schon lange nicht mehr gespürt hatte.»
Was sich verändert und wann
Hormonyoga stimuliert über bestimmte Atem- und Bewegungssequenzen die Hormondrüsen. So nüchtern sich das liest, so wenig nüchtern erleben es die Frauen. Meistens erzählen sie mir von Veränderungen in drei Bereichen, die sich unterschiedlich schnell zeigen.
Der Schlaf wird tiefer, das nächtliche Aufwachen seltener. Für viele ist es das erste Mal seit Monaten, dass sie wieder etwas Boden unter den Füssen spüren.
Die Hitzewallungen verlieren an Wucht und der Alltag wird gelassener. Frauen erzählen mir, dass sie auf Kleinigkeiten nicht mehr so heftig reagieren wie zuvor.
Bei Frauen in der Perimenopause wird oft der Zyklus ruhiger. Die Energie kommt zurück und mit ihr eine neue Neugier auf den eigenen Körper statt dem alten Kampf gegen ihn.
Eine Praxis, die sich wie etwas Eigenes anfühlt. Kein Pflichtprogramm, sondern ein Raum, den man sich ganz bewusst nimmt und in dem man wieder bei sich ankommt.
Wichtig: Hormonyoga ist kein Ersatz für ärztliche Begleitung bei starken oder anhaltenden Beschwerden. Es ist eine eigenständige Methode, die über gezielte Atem- und Bewegungssequenzen die Hormondrüsen anregt und Frauen unterstützen kann, wieder in ihr inneres Gleichgewicht und in ihren Körper zu finden. Bei ernsteren Beschwerden geht es Hand in Hand mit ärztlicher Begleitung, nicht an ihrer Stelle.
Was Frauen überrascht
Viele kommen mit einer klaren Erwartung: Die Hitzewallungen sollen aufhören, der Schlaf soll zurückkommen, der Körper wieder berechenbar werden. Das verstehe ich gut und doch geht das, was sie mir hinterher erzählen, meistens tiefer.
«Ich bin nicht nur ruhiger geworden. Ich habe mich selbst wiedergefunden. Einen Teil von mir, den ich in den letzten Jahren unter dem Funktionieren begraben hatte.»Kursteilnehmerin, 43 Jahre
Das erlebe ich immer wieder. Eine Frau kommt wegen der körperlichen Beschwerden und was sie mitnimmt, ist eine andere Beziehung zu sich selbst, ein feineres Gespür dafür, was ihr Körper gerade braucht. Manchmal auch, nach langer Zeit, dieser eine Moment, in dem sie spürt, dass sie sich selbst wieder gehört.
«Ich hätte nie gedacht, dass Yoga etwas für mich ist, ich bin eher der Typ fürs Krafttraining, aber im Kurs habe ich verstanden, worum es geht. Es geht nicht um Leistung, sondern ums Zuhören. Das war ungewohnt für mich und irgendwie hat es mich an einen Ort gebracht, mit dem ich nicht gerechnet hatte.»
Gut vernetzt, damit du langfristig gut aufgehoben bist
Hormonyoga kann viel in Bewegung bringen und trotzdem ist es nicht für jede Situation die ganze Antwort. Das sage ich offen, weil ich möchte, dass du wirklich das bekommst, was du brauchst, genau darum arbeite ich gut vernetzt und nie im Alleingang.
Ich vernetze mich gerne mit anderen kompetenten Fachleuten, etwa aus der Wissenschaft, der Ernährungsberatung oder der auf Trauma spezialisierten Psychotherapie. Wenn ein Thema über meine Kompetenz hinausgeht, bespreche ich das offen mit dir. Gemeinsam und in deinem Tempo holen wir dann die passenden Fachleute dazu, oder ich verweise dich gezielt weiter, sodass du in Kooperation mit den richtigen Menschen wirklich gut begleitet bist. Nichts davon geschieht über deinen Kopf hinweg. Für mich gehört das zur Verantwortung, ich möchte, dass du langfristig gut aufgehoben bist, mit allen Möglichkeiten, die es dafür braucht, auch über meine eigene Arbeit hinaus.
Wenn es ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung braucht
Bei stark ausgeprägten Beschwerden, medizinisch relevanten Hormonstörungen oder psychischen Belastungen braucht es ärztliche oder psychotherapeutische Begleitung. Hier arbeite ich mit den passenden Fachpersonen zusammen, damit du umfassend versorgt bist. Hormonyoga steht dann an der Seite der Behandlung und begleitet dich.
Hormonyoga entfaltet sich mit Regelmässigkeit. Die Frauen, die am meisten erleben, sind jene, die sich wirklich darauf einlassen, oft täglich, auch wenn es nur zwanzig Minuten sind, weil sie merken, wie gut es ihnen tut.
Manche Frauen brauchen mehr als Hormonyoga allein. Sie brauchen zusätzlich die Kunsttherapie oder die Biographiearbeit, um das, was die Lebensmitte in Bewegung bringt, wirklich zu verarbeiten und zu integrieren, Körper und Seele arbeiten zusammen, in beide Richtungen, genau deshalb schaue ich in meiner Begleitung immer auf den ganzen Menschen und nicht nur auf ein einzelnes Symptom.
Was ich in meiner Begleitung erlebe
Was mich an dieser Arbeit immer wieder berührt, die Wechseljahre werden von aussen so oft als Verlust erzählt, als Ende der Fruchtbarkeit, als Beginn des Älterwerdens, als etwas, mit dem man sich abzufinden hat.
In meinen Stunden sehe ich ein anderes Bild. Frauen, die sich selbst neu begegnen und spüren, dass ihr Körper sich zwar verändert, aber nicht weniger wird, sondern anders. In manchem leiser, in anderem klarer, sobald man anfängt hinzuhören, statt anzukämpfen, öffnet sich etwas.
Hormonyoga ist für mich eine Brücke zu diesem Zuhören. Eine Praxis, die ganz am Körper ansetzt und doch weit mehr berührt als Muskeln und Drüsen. Kopf und Herz finden dabei wieder zueinander, deshalb begleite ich Frauen so gerne dorthin.
Wenn du anfangen möchtest
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst und neugierig geworden bist, dann ist ein ruhiges Gespräch meist der schönste erste Schritt. Nicht, um dich zu etwas zu verpflichten, sondern um gemeinsam zu schauen, ob und wie Hormonyoga zu dir und deinem Moment passt.
Mal ist Hormonyoga der Ausgangspunkt, mal beginnen wir woanders. Wichtig ist mir vor allem, dass du einen Weg findest, der sich für dich stimmig anfühlt und den du irgendwann selbstbestimmt allein weitergehen kannst.
Ich freue mich, wenn du dich meldest.